Die Rockets im tiefen Fall

Eigentlich wollte ich meinen Blog mit keinem negativen Topic starten. Eigentlich dachte ich, dass trotz der Abgänge von Trevor Ariza und Luc Mbah A Moute die Rockets der Nummer 1 Herausforderer im Westen sein würden. Eigentlich (aller guten Dinge sind Drei) haben die Rockets ihre Chance auf den Titel im letzten Jahr verpasst. Ich erkläre warum.

Conference Finals Game 7. Trotz der Erwartung, dass die Warriors unschlagbar schienen, haben sich die Texaner in diese Serie gekämpft. Es war eine Mischung aus rockets3Defense, Offense und Erfahrung, die den Warriors stellenweise zu schaffen machte. An guten Abenden war der Dreier und die Isolation zu stark, zu schwer zu verteidigen für Curry, Thompson und Durant. Doch dann verletzt sich Chris Paul und die Rockets stellen einen Negativrekord mit 27 verworfenen Dreiern auf. Game 7 geht an die Franchise aus Oakland, die dann die Cavs in den Finals sweepen.

Diese Niederlage tut weh, dennoch: Man hat gerade eben fast – aber eben nur fast – das beste Team der Welt geschlagen. Neue Saison. Wichtige Bausteine behalten, Playbook erweitern, Chris Paul in einen realistischen Vertrag zwingen, Capela selbstverständlich auch. Wäre der Plan gewesen. Nichts davon ist passiert.

rockets1CP3 ist ein elitärer Point Guard und zu Recht über jeden Zweifel erhaben. Seine Spielweise ist variabel, effektiv und für das Team monumental wichtig. Er ist ein Leader. Er ist aber auch mittlerweile 33 Jahre alt. Mit 33 Jahren kann oder sollte ich keinen Max-Deal verlangen, wenn ich noch einen Ring gewinnen möchte. 160 Millionen US-Dollar in vier Jahren. Paul wird damit mit 36 Jahren über 44 Millionen Moneten einstreichen. Absoluter Wahnsinn. Zwar lebt Chris Paul nicht von seiner Athletik, dennoch verliert jeder Spieler ab einem gewissen Alter ein paar Prozent seines Leistungsvermögens. Ein Floor-General wird er immer sein, aber nicht für so viel Geld.

Das Front-Office hätte hier ein klares Zeichen setzen müssen: Entweder du unterschreibst für weniger, oder du gehst. Die Angst, dass man dann auf der Position des Point Guards ohne Erfahrung und einen Elite-Spieler da stände, war zu groß. Die Folge: Das Signing mit Capela zieht sich in die Länge, der Verlust von Ariza und Mbah A Moute ist die Konsequenz und ich habe als Franchise auf Jahre mein Cap-Space verplant. Carmelo Anthony holen die Rockets dann für gute 2 Millionen als Heilsbringer, welcher jetzt nach nicht mal 12 Saison-Spielen schon wieder auf der Abschussliste steht.

Fassen wir zusammen: Ich habe einen Roster, der in Gänze alt und weit über 30 ist. Aufgrund meiner Verträge kann ich in den nächsten Jahren aber anderen Spielern rockets2keine lukrativen Verträge anbieten. Meine Defense ist durch die Abgänge unstabil und teilweise katastrophal. Mit Capela konnte ich zwar einen guten Center halten, hinter dem allerdings noch die Frage steht, ob er mehr kann als Pick and Roll und den Rim protecten? Das Experiment Melo hat sich, wie gerade eben schon erwähnt, wohl auch bald erledigt. C. Anthony seine Tage sind gezählt. Ein bitteres Ende eines überragenden Shooters, der sich in seiner Karriere aber zu oft selbst im Weg stand.

Aber als wäre das nicht schon genug, waren die Rockets bereit ihre vier nächsten First-Round-Picks für Jimmy Butler in die Waagschale zu werfen, obwohl sie wissen, dass in diesem Jahr gegen die Warriors kein Kraut gewachsen ist und der Roster schon in einem starken Alter und das Cap-Space zu ist. Aktuell stehen sie bei 5-7 in der Western Conference und sind so weit von ihren Ambitionen entfernt, wie nur überhaupt möglich. Mike D’Antoni hat in der Off-Season auch keine weitere Spielidee in das Gefüge integriert, weswegen auf Plan A, nur selten Plan B, C oder D folgen. Auch er trägt eine Teilschuld daran, warum es im letzten Jahr mit dem Titel nicht geklappt hat. Ein einfaches „Jungs, wir hören jetzt auf zu Schießen, sondern spielen die Bälle in die Zwischenräume, nehmen Drives und arbeiten gut unterm Korb“ hätte möglicherweise den Sieg gebracht.

Bleibt nur zu hoffen, dass das Team, angeführt von ihrem Franchise-Spieler James Harden, der jetzt zuletzt zumindest mal wieder mit 40 Punkten glänzte, in den nächsten Jahren gut pickt und clever tradet. Als auch, dass Mike D’Antoni erkennt, dass mit reinem Shooting und Isolation-Basketball in dieser extrem starken Association wenig zu holen ist. Ich war mir vor der Saison sicher, dass Houston wieder eine große Rolle in den Playoffs spielen könnte. Obwohl mir ihr Basketball noch nie gefiel, glaubte ich, dass zumindest ihre Effektivität und ihr individuelles Skillset stark genug seien. Ich habe mich geirrt.