Meine Journey zum Basketball

Wie einige von euch wissen, bin ich noch nicht so mega lange ein Fan der NBA und allgemein vom Basketball. Wie kam ich überhaupt dazu? Was hab ich davor gemacht? Und wie konnte ich mich letztendlich dann für diesen unfassbar geilen Sport begeistern? Darum soll es heute mal gehen.

Basketball hat mich als Kind nie interessiert, was zum Großteil daran lag, dass mein kompletter Freundeskreis nur aus Fußballern bestand. Selbst in der Schule haben wir blog3jede freie Sekunde genutzt, um in den Pausen in die Halle zu gehen, um dort Fußball zu spielen. Jedoch, wenn ich so zurückdenke, dann hat es mir schon immer extrem viel Spaß gemacht, wenn auch mal Basketball gespielt wurde. Ich wurde dann auch im Fußball immer besser, habe den Verein gewechselt, eine Junioren-Meisterschaft gewonnen und einige Turniere. Allerdings wurden wir dann auseinandergerissen. Besonders, wenn dein Trainer aufhört, für den du dich zerreißt und aufgibst, sinkt deine Motivation einfach brutal. Ich habe dann noch ein paar Jahre bis zur B-Jugend gespielt, allerdings dann irgendwann das Handtuch geworden. Die Mannschaft von damals gab es in der Form nicht mehr und mein Spaß am Fußball ging auch flöten.

blog5Ein paar Jahre bin ich dann sehr gerne ins Fitnessstudio gegangen, bis ich jetzt zuletzt das Laufen für mich entdeckt habe. Aber gut kommen wir zum eigentlichen Punkt.  Zu Weihnachten 2013 gab es für NBA 2K14 ein geiles Angebot im Playstation Store und ein Kumpel hat mich überredet, dass ich es mir hole, obwohl ich gar keinen Plan vom Basketball an sich hatte. Ich kannte weder die Regeln, Spieler, Franchise, Experten, noch sonst irgendwas. Das war echt hart, aber mein Ehrgeiz hat mich dann gepackt.

Im Nachhinein muss ich sagen, dass NBA 2K mir tatsächlich viel geholfen hat, dass ich diesen Sport verstehe. Fangt bitte mal ohne Kenntnisse an 2K zu zocken. Eieiei. Aber dadurch hab ich die Regeln gelernt. Shotclock, Viertellänge, Foulrules, Goaltending, Illegal Screen, Travel und so weiter. Durch das Zocken lernte ich dann auch nach und nach die Franchise und Spieler kennen. Meine erste Franchise waren damals die Timberwolves! Mit Kevin Love an meiner Seite habe ich versucht in diesem Game zu rocken. Hat natürlich am Anfang eher weniger funktioniert.

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Ok, Regeln konnte ich dann nach einiger Zeit so einigermaßen, Role-Player der Franchise kannte ich auch, also schauen wir uns das doch mal in Real an. Tatsächlich war meine erste komplett Serie, die ich gesehen habe, die der Indiana Pacers gegen die Miami Heat in den Conference Finals 2013/2014. Paul George gegen LeBron James. Geiles Ding habe ich mir da rausgesucht. Ich weiß noch, wie fasziniert ich damals von PG13 war. Ein großer Typ, der geil von draußen shooten und sich gegen LeBron behaupten kann. Die Serie ging dann trotzdem mit 4 – 2 an die Heat. Auf jeden Fall legte diese Serie den Grundstein für meine Leidenschaft.

Es war dann nur die Folge, dass ich mir die Finals auch reingezogen habe. Die Spurs gegen die Heat. Warum ich Spurs Fan bin? Genau wegen dieser Finals. Nicht, weil sie sie gewonnen haben, nein. Sondern weil das bis heute der schönste Basketball war, den ich je gesehen habe. Die Spurs haben die Heat an die Wand gespielt, mit ihrem unglaublich geilen Team-Basketball. Die Finals waren Geschichte und es kam die Off-Season. Ganz ehrlich? Ab da war ich irgendwie wieder komplett raus. Alles zu kompliziert mit Free Agents, Cap Space, Signing-Rules usw.

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Zu NBA 2K15 war ich aber wieder am Start und dann ging es richtig los. Mich hat es genervt, dass ich vieles nicht verstehe, also hab ich angefangen mir das Regelwerk komplett zu geben. Ich habe MyGM in 2K angefangen, um endlich die Aktivität des Frontoffice zu verstehen, auch da wieder mit Literatur gefüttert. Ich habe die Spieler der Franchise auswendig gelernt, alle möglichen Blogs abonniert, Experten gefolgt und mir Newsletter ins Mailfach geballert. Ich habe wirklich alles getan, um den Sport zu verstehen. Irgendwann merkte ich dann, dass ich nicht mehr ohne Basketball kann. Ich fühlte mich leer, wenn ich mal keine Spiele sah, es keine News gab oder ich sonst irgendwas mit Basketball machen konnte.

So habe ich dann auch angefangen mit den Lets Plays auf Youtube, auch wenn ich davor riesen Respekt hatte, weil ich wusste, dass es da draußen richtige Kenner gibt. Das Feedback war allerdings grandios. Die Leute waren happy, dass sie mal jemanden in Deutschland hatten, der was zur NBA macht und dass hat mich alles noch mehr verstärkt. Heute habe ich meinen eigenen kleinen Kanal, meinen eigenen Podcast, meinen eigenen Blog und arbeite bei Spox, der NBA Destination für Deutschland und DAZN. Basketball hat mein Leben komplett verändert und ich bin gerade einmal 28 Jahre alt.

blog4Ich bin zwar manchmal traurig, dass ich so Typen wie Kobe Bryant, Michael Jordan und Dirk Nowitzki in ihrer Prime verpennt habe, aber ich sehe und genieße auch gerade den Moment. Ich kann später mal behaupten, dass ich Spieler wie LeBron James, Kevin Durant, Anthony Davis, Stephen Curry und Kawhi Leonard erleben konnte. Nächstes Jahr fliege ich nach San Francisco und schaue mir das erste Mal drei Spiele in einer Woche an, auch das wird ein Erlebnis. Mein größte Traum wären natürlich irgendwann mal die NBA Finals live zu erleben. Einen größeren Traum gibt es für mich gerade nicht. Ich denke, dass alleine dieser Umstand zeigt, wie sehr ich diesen Sport liebe.

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Meine bisherigen Stars der jungen NBA-Saison!

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mir macht die NBA so viel Spaß, wie schon lange nicht mehr. Der Westen ist unglaublich spannend, die Kleinen kämpfen sich mit Biss und Wille nach oben und der Osten hat an Niveau hinzu gewonnen. Nun haben die meisten NBA-Teams bereits um die 20 Spiele absolviert. Es wird Zeit für meine Stars in der bisherigen Saison. Ausgenommen sind Rookies und Verletzte, sonst hätten es Luka Doncic und Stephen Curry wohl auch in meine Auflistung geschafft.

Dennis Schröder als Role-Player akzeptiert

dennisschroederViele die Dennis Schröder nicht wollten, werden sich gerade wohl gehörig in den Hintern beißen. Wobei jeder hätte erahnen können, dass der junge Deutsche noch mehr zu bieten hat, als dass, was er bei den Hawks gezeigt hat. Schnell zu Beginn der Saison wurde klar, dass Schröder sogar erst Mal starten und Westbrook ersetzen muss. Er hat diese Rolle für mein Empfinden selbstbewusst erfüllt. Es ist spürbar, dass er vom Team akzeptiert wird. Jeder kommuniziert mit ihm, Westbrook nimmt ihn an die Hand, Adams streichelt ihm den Kopf, wenn er mal zu Boden geht, Paul George hat nur Positives für ihn übrig und dieses Standing hat er sich verdient. Trifft seinen Dreier so gut, wie noch nie in seiner Karriere, liefert in allen Bereichen ab, verinnerlicht das Fastbreak-System der Thunder – was auch an den Rebounds erkennbar ist – und zeigt ganz klar, dass er bereit ist von draußen, aber auch als Nebenmann, an der Seite von Westbrook, zu fungieren. Die Frage wird nur sein, ob er auch in den Playoffs die Zügel in die Hand nehmen kann?

Joel Embiid liebt die Herausforderung

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Jeder der mich kennt, weiß, was ich vom Big Man der 76ers halte. Auch wenn ich oft zu Späßen neige, betrachte ich Joel Embiid weitestgehend mit einem neutralen Auge, um seine Entwicklung genaustens zu verfolgen. 28,1 Punkte und 13,3 Rebounds sprechen für sich. Wer sich allerdings die Spiele von Embiid ansieht, der kann auch ohne Stats erkennen, was für einen starken Impact er auf das Team und die Dynamik des Spielflusses hat. Umso besser sein Gegner auf dem Feld, umso besser wird er selbst. Diese Anlage sich selbst zu steigern, wird ihn – für mein Empfinden – zu einem ganz großen Spieler machen. Sein Skillset scheint unendlich und seine Emotionen richtig dosiert. Er provoziert, dirigiert, dominiert, zieht sich aber auch mal selbst durch den Dreck, wenn die Leistung nicht stimmte. Er ist jetzt schon der Leader und Franchise-Player eines noch jungen Teams. Ich hoffe, dass er auch in den Playoffs zeigt, warum er derzeit einer der besten Center der NBA ist, aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Liebe für Derrick Rose

Diesen Namen hier mit rein nehmen zu können, bereitet mir schon alleine ein Lächeln. Derrick Rose ist gesund, fit und spielt richtig, richtig guten Basketball! Dass er derrickrosenoch nicht für die Timberwolves startet, kann derzeit wohl nur Thibodeau verargumentieren. Seine Stats sind um Längen besser, als die von Jeff Teague aber nicht nur das: Die Timberwolves funktionieren unter Derrick Rose auch besser. Sprich seine Einzelleistungen sehen nicht nur auf dem Papier gut aus, sondern helfen auch dem Team. Seine Wurfauswahl ist grandios, seine Variation im Abschluss beeindruckend und seine Übersicht, die eines Elite-Pointguards. Dass Derrick Rose einen hohen Basketball-IQ hat, wissen wir wohl nicht erst seit dieser Saison. Allerdings brauchst du dafür auch Spielpraxis, Selbstvertrauen und einen gesunden Körper. Alles hat er gerade eben und deswegen begeistert er mich und gehört für mich ganz klar in die Starting-Five!

Blake Griffin kann mehr als nur dunken

blakegriffinIch will ehrlich sein. Blake Griffin war bei den Clippers nie ein Basketballer, der mich begeistern konnte. Dafür war sein Spiel zu eindimensional. Spektakuläre Dunks und Poster hin- oder her. Mein Interesse für die Pistons hielt sich dann die letzten Jahre auch eher in Grenzen. Wenn man sich die Halle bei Heimspielen ansieht, schein ich da wohl nicht der Einzige zu sein. Allerdings gab es dieses Spiel gegen die 76ers, in dem er per Game-Winner ein Spiel entschied, in dem er so viele Facetten zeigte, dass ich mir seitdem tatsächlich mehr von den Detroit Pistons reinziehe. Er führt sie im Osten zu einer durchweg positiven Bilanz und scort dabei, wie noch nie zuvor in seiner Karriere. Aber auch hier will ich mich nicht auf Stats alleine stützen. Post-Game, top! Seine Kraft und Übersicht hat sich hier enorm verbessert. Der Dreier, wie bitte? Griffin schießt fast 40% von draußen. Vor paar Jahren hätte ich euch gefragt, ob ihr schon paar Glühwein intus habt. Gute Wurfauswahl, überlegte Bewegungen in der Offense, Pick and Pop in Kombination mit intelligenten Drives machen ihn schwer auszurechen. Achja! Das Dunken hat er dabei übrigens nicht verlernt.

Tobias Harris – Melo’s Klon?

Die nächste Off-Season wird wohl extrem heiß für die Clippers. Denn ihr derzeitiger Top-Scorer Tobias Harris bringt einige Argumente auf den Court für einen richtig gut bezahlten Vertrag. Erst einmal: Schade, dass er nicht mehr bei den Pistons spielt. Die tobiasharrisKombi Drummond, Griffin und Harris hätte ich gerne mal gesehen. Jetzt erinnert er mich gerade irgendwie an den jungen Carmelo Anthony. Es macht Spaß ihm zuzusehen, weil er flexibel und dynamisch ist.  Aber das wichtigste: Er spielt simpel. Ein überragender Inside/Outside-Vierer, den Harris diese Saison spielt. Fade-Aways, Floater, Mitteldistanzwürfe, über 40% von draußen, gutes Positionierung beim Rebounden und einer, der sich in engen Situationen nicht versteckt. Mit ihm auf dem Feld machen die Clippers zehn Punkte mehr, als mit jedem anderen Spieler. Mehr muss schon fast nicht gesagt werden. Er blüht richtig auf und ich bin gespannt, was wir von ihm und den Clippers in dieser Saison noch erwarten können.

Jetzt gibt es sicher einige von euch, die gerne die absoluten Superstars hier gelesen hätten: LeBron James, Anthony Davis, Giannis Antetokounmpo etc. aber mir ging es darum den Blick mal etwas weg zu bekommen, von dem Offensichtlichen, hin zum Unscheinbaren. Wobei: Wer nicht sieht, dass Embiid diese Saison überragend geil spielt, der ist nicht mehr mein Freund. Little Joke 😉

Die Warriors so schlecht, wie noch nie

Vier Niederlagen in Folge für die Warriors. Sechs Niederlagen aus den letzten neun Partien. Steve Kerr spricht von der schwierigsten Phase, die sie in den letzten Jahren durchleben mussten. Außerdem gab es unter seiner Führung noch nie so viele Niederlagen hintereinander. Dennoch gibt es keinen kein Grund zur Sorge aber eines wird deutlich: Einen Stephen Curry und Draymond Green kannst du nicht einfach ersetzen.

stevekerr1Machen wir uns nichts vor. Jeder der jetzt denkt, dass dieses Team angreifbar ist, der versucht sich auch selbst ein klein wenig Hoffnung zu machen. Natürlich kannst du den Ausfall eines DeMarcus Cousins, Draymond Green und allem voran Stephen Curry nicht kompensieren. Wenn dann deine anderen beiden Allstars noch weit unter ihren eigentlichen Möglichkeiten spielen (dazu gleich mehr), verlierst du. Die NBA ist kein Spaziergang und jede Franchise, die merkt, dass die Warriors angreifbar sind, wird alles dafür tun, um sie zu schlagen.

Lasst mich euch einmal kurz mit den Statistiken aus den letzten vier Spielen versorgen: 95,5 Punkte im Schnitt. Weniger gab es nur von den Heat. 23,6% von draußen. Niemand schoss in den letzten vier Spielen schlechter als die Dubs. Und auch die Zahl der Assists droppt auf 21,5 pro Spiel. In den ersten acht Spielen der Saison waren es fast 30 Stück (29,6)! Es läuft einfach nicht und das hat Gründe.

Die zahlreichen Assists untermalten einfach den Showtime-Basketball, den die Warriors stephencurry5zum Start der Saison zelebrierten. Kevin Durant, Stephen Curry und Klay Thompson schießen mit ihren 50 Punkte-Spielen alle Lichter aus. Den Basketball, den sie spielten, konnte jeder einfach nur genießen. Eine Mischung aus All-Stars und brillantem Team-Basketball lässt die Gegner ohne jede Chance. Ein Grund hierfür vor allem: Stephen Curry.

Doch seine größte Stärke ist nicht sein Ballhandling, seine Dreier vom Parkplatz oder seine clever gestellten Blocks, sondern die Euphorie und den Spaß, den er seinen Teammates einflößt. Seine Art und Weise Basketball zu spielen, begeistert selbst die eigenen Kollegen und das motiviert dich, spornt dich an besser zu werden und legt ein bisschen das Gefühl über dich „Wir sind unbesiegbar“. Seine On-Off-Court Stats unterstreichen das gnadenlos. 88 Punkte im Schnitt machen sie, wenn er auf dem Feld steht. 43,3% schießen sie als Team. Sie spielen außerdem die meisten Assists, wenn ihr Star-Pointguard auf dem Feld steht. Außerdem haben sie das beste +/- Rating mit ihm.

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Ich will euch jetzt die On-Off-Court-Stats von Draymond nicht auch um die Ohren hauen, aber bei ihm sieht es ähnlich aus. Jedoch bringt Green natürlich eine ganz andere Emotionalität aufs Parkett, als es Steph tut. Er ist der Anker in der Defense, der, der dich nach einem erfolgreichem Lay-Up zur Führung anschreit, als hättest du gerade Game 7 der Finals gewonnen. Jeder mag von ihm halten, was er möchte. Dass er sicher ein unkonventioneller Typ ist und hier und da auf dem Feld aneckt, mag stimmen, aber er gibt den Warriors eines, was so verdammt wertvoll ist: Stabilität.

kevindurant3Diese wankt jetzt natürlich enorm, da beide verletzt sind und Kevin Durant und Klay Thompson ihrer Form komplett hinterher laufen. Klay trifft 22,9 Prozent von draußen. Durant 10,5 Prozent. Übrigens hier mal ein Kompliment an Quinn Cook, der in den letzten 4 Spielen 47,1 Prozent von draußen wirft und allgemein eine starke Shot-Selection hat. So und jetzt? Stats runterbeten, kann ja jeder. Habt ihr absolut Recht. Am Ende will ich eigentlich nur auf eine Sache hinaus.

Die dritte Saison in Folge als Favorit. Die Cavs in den Finals gesweept. Zu den vier Allstars Curry, Klay, Durant, Draymond noch einen fünften mit Cousins dazu geholt. Die Welt erwartet den Three-Peat, alles andere wäre eine Schmach. Der Druck ist groß, und ich glaube nicht der mediale Druck, sondern der, sich einfach wieder und wieder zu motivieren, obwohl jeder eigentlich weiß, dass man am Ende die Larry O’Brien Trophy in den Händen halten muss. Deswegen fehlen so Typen wie Curry und Green erst recht. Einreden braucht man sich hier allerdings nichts. Wenn Steph und Draymond zurückkehren, dann wird auch das Team wieder Siege feiern und in den Playoffs – wenn sie denn alle fit sind – sind die Warriors sowieso fast unschlagbar.

Cut für Carmelo Anthony! Zeit zu Retiren?

Carmelo Anthony Talfahrt geht weiter. Sein Aufenthalt bei den Rockets endet nach wenigen Wochen der regulären Spielzeit. Cut. Nächster Stop misslungen. Die Frage stellt sich: Wie geht es weiter mit Melo? War der Cut der Rockets zu Früh? Hat er seinen Rücktritt verpasst?

Gut, rollen wir das Feld von vorne auf. Nach dem Auftritt gegen die Oklahoma City Thunder erreichten einige interne Stimmen die Presse, dass dies möglicherweise Melo’smelo0 letzter Auftritt für die Rockets gewesen sein könnte. Dann wurde es ruhig, zumindest für ein paar Tage. Bis General Manager Daryl Morey, als auch Head Coach Mike D’Antoni den Cut bestätigen: „So, wie wir es uns nach der Unterschrift von Carmelo vorgestellt hatten, passte es nicht. Wir haben versucht, einen Home Run zu schlagen. Aber es hat nicht funktioniert.“ (Source: Spox)

Einen Home Run mit Melo? Sicher, niemand muss der größte Freund von C. Anthony seinen Ansichten sein aber laut Mike D’Antoni hat er sich gefügt, und auch die Rolle von der Bench akzeptiert. Hatten die Texaner erwartet, dass Melo ihnen sofort 20 Point per game liefern und Spiele gewinnen würde? In seiner Zeit bei Houston legt C. Anthony 13,4 Punkte und 5,4 Rebounds auf. Die anderen Stats sind wenig erwähnenswert, außer, dass er aus dem Feld nur 40,5 Prozent seiner Würfe versenkte. Von draußen sieht es noch magerer aus: 32,8 Prozent from Downtown.

melo3Das jüngste Beispiel gegen die Warriors zeigte wieder einmal eindrucksvoll, dass die Rockets von ihrer Art Basketball zu spielen, nicht abweichen möchten. Isolation über James Harden, Pick and Roll über Clint Capela, Drives und Kick-Out-Pässe von Chris Paul und an guten Abenden, ein Dreierregen der dich ersticken lässt. Bei der Isolation steht das ganze Team nur da und macht sowieso erst etwas, wenn es um den Rebound geht. Pick and Roll geht hauptsächlich über die Big Man. Kick-Out-Pässe von Chris Paul fanden Melo selten oder gar nicht, auch natürlich wegen seiner Sperre und der Rotation. Seinen eigenen Wurf kreiert Melo nur noch schwer und meiner Meinung nach gehört hier auch Selbstvertrauen und der Rückhalt vom Team dazu.

Ich bin wirklich selbst nicht der größte Carmelo Anthony-Fan aber die Frage, die man sich stellen darf: Macht es Sinn ihn jetzt zu cutten? Bis zum 15. Dezember wird Carmelo Anthony auf jeden Fall noch ein Rocket bleiben, da durch die Verpflichtung im Sommer die klassische Trade-Sperre greift. Dass am Anfang der Saison einige Franchise auch erst einmal in den Rhythmus kommen müssen, zeigten auch zahlreiche andere Teams: OKC, Lakers, Clippers. Es wirkt gerade einfach ein klein wenig, als würden die Rockets die Schuld bei Melo suchen, dass der Saisonstart so miserabel verlief. Aber gut: So interne Einblicke hat niemand.

Für mich kommt dieser Cut zu früh, viel zu früh, zu einem völlig unverständlichen Zeitpunkt. Anstelle des Front-Office hätte ich Carmelo Anthony auf jeden Fall noch bis melo4Mitte/Ende Dezember in der Rotation gelassen. Ihm Zeit geben, Eingewöhnung, Selbstvertrauen schenken. Der einzige Grund dies nicht zu tun, den habe ich gerade eben genannt: Er soll die Schuld an den Niederlagen tragen. Gut, sei’s drum. Der Verlust von Carmelo Anthony wird sich spätestens bemerkbar machen, wenn sich ein Spieler verletzt oder man auch in den Playoffs merkt, dass ein solider Scorer in der Rotation gut täte, um auch von der Bench Punkte zu liefern und um die Minuten besser zu verteilen.

Doch wie geht es jetzt weiter? Welche Franchise möchte sich Carmelo Anthony „antun“? Hat Melo überhaupt selbst noch Lust? Spieler wie Dwayne Wade und LeBron James meldeten sich sofort via Social Media, dass er so eine Art des Umgangs nicht verdient hätte. Also ab zu den Lakers? Zu den Pelicans, oder doch die Trail Blazers? Ich kann es euch nicht sagen. Auch wenn die Lakers gerade einen Lauf haben, ist mir dieses Konstrukt noch zu unausgewogen und instabil. In meinen Augen bräuchte er eine Franchise, in der er sich einfach mit seinen Stärken einbringen kann und die seine Schwächen ausmerzen. Da fällt mir ehrlich gesagt nur ein Team ein: Die Warriors.

melo1Ja, ich weiß. Absolut crazy und ich glaube auch nicht, dass das passieren wird, aber jüngste Beispiele zeigen, wie stark dieses Team ist und auch Mitspieler davon profitieren. Limitierte Spieler oder Youngster wie Jerebko, Quinn Cook, Damian Jones und Alfonzo McKinnie können glänzen, weil Spieler wie Curry, Green, Durant und Thompson einfach vieles wieder wettmachen. Aber gut, genügend der Träumerei. Ein Ring zum Abschluss und retiren, das wäre von vielen das Wunschszenario für ihn.

Mittlerweile liegt die Wahrheit wohl darin, dass Melo nirgends mehr fittet. Doch jetzt zurück zu treten, würde seine Karriere in einem schlechten Licht dastehen lassen. Vielleicht wäre es doch besser gewesen in den sauren Apfel zu beißen, und seine Karriere ohne Ring bei den Knicks zu beenden.

Passt Jimmy Butler zu den 76ers?

Drama. Wenn ein Wort das Trade-Szenario rund um Jimmy Butler beschreiben könnte, dann wohl dieses Substantiv. Generell war zu erwarten, dass in der Off-Season das LeBron James-Signing oder der Kawhi Leonard-Trade die größte Aufmerksamkeit auf der NBA-Bühne abgreifen sollte – doch es kam anders. LeBron James verkündet als einer der Ersten überhaupt seine neue Heimat mit den Los Angeles Lakers und auch das Hick-Hack zwischen den San Antonio Spurs und Kawhi findet relativ zeitnah ein Ende.

philly1Prinzipiell waren damit die zwei größten Kracher der NBA Off-Season – ok, abseits des DeMarcus Cousins Signings – schon durch. Was bis zu diesem Punkt allerdings keiner wusste, dass Jimmy Butler die Minnesota Timberwolves und insbesondere Tom Thibodeau um einen Trade gebeten hatte. So wirklich interessierte das anscheinend bei den Wolves aber keinen, die vor geraumer Zeit  auch erst ihre gesamte Zukunft in Zach Lavine, Kris Dunn und Lauri Markannen hergegeben hatten. Jetzt noch Jimmy Butler traden, wahrscheinlich unter Wert? Ganz bestimmt nicht!

Hinter die Kulissen zu blicken, erweist sich als schwierig, was jedoch auffällig ist, dass in keinster Art und Weise etwas an die Medien geriet, bevor Butler im Training der Wolves völlig eskalierte. Gab es wirklich keine Gespräche mit anderen Franchise? Ist Jimmy Butler wirklich dieses Unschuldslamm, wie er sich im Interview mit Rachel Nichols hinstellte? Ich weiß es nicht und ich will es auch gar nicht beurteilen. Viel mehr, was dieser Trade den Philadelphia 76ers bringt.

Für die, die gar nicht im Bilde sind, ein kurzer Rückblick: Jimmy Butler soll im Training der Timberwolves Head Coach Tom Thibodeau, General Manager Scott Layden und auchphilly4 Mitspieler Karl-Anthony Towns sowie Andrew Wiggins verbal angegangen haben. Auch wenn er die ersten Spiele der Franchise bestreitet und definitiv seine Leistung bringt, war klar: Ein Trade muss her und die Wahrscheinlichkeit, dass die Franchise aus Minnesota, ohne akzeptablen Gegenwert aus dieser Geschichte hervor geht, stand relativ hoch.

Dann der Hammer! Philly schickt Robert Covington, Dario Sario, Jerryd Bayless und einen 2nd Round Pick aus dem Jahr 2022 nach Minnesota, um mit Jimmy Butler die neuen Big Three zu vereinen: Butler, Simmons, Embiid. Gegen die Magic soll sein Debüt folgen und die Spannung, wie und in welcher Art und Weise die 76ers spielen werden, ist hoch. Ben Simmons liebt es den Ball vorzutragen, Joel Embiid ist der Top-Scorer derzeit, sowohl bei Philly, als auch in der Liga.

Jimmy Butler ist kein reiner Spot-Up-Shooter, liebt es ebenfalls den Basketball in die gegnerische Hälfte zu führen aber … und jetzt kommt mein einschneidender Punkt, warum Jimmy Butler trotzdem perfekt funktionieren wird. Butler ist viel mehr als Scoring und Defense. Er ist der Typ, mit dem du einen Ring gewinnen kannst oder wirst, Covington oder Saric nicht bzw. noch lange nicht. Allgemein gilt für mich: Du musst jemanden nicht in ein System pressen, justiere das System zu Gunsten der Spieler, die du besitzt.

philly2Was ich genau damit meine: Lass Jimmy Butler Screens für Ben Simmons stellen. Aufgrund der Gefahr von Simmons, wird er meist in der Zone gedoppelt, sprich Butler muss lernen noch mehr Pick and Pop zu spielen. Embiid tut unter dem Korb jedem weh, weswegen die Zwischenräume meistens frei und offen sind. Ein Markelle Fultz findet diese Räume, trifft aber seine Würfe nicht. Ein Jimmy Butler findet diese Räume ebenfalls, trifft seine Würfe jedoch und bestraft dich gnadenlos durch Pässe in die Tiefe.

Mit einer Aussage, die von vielen getätigt wird, möchte ich hier auch kurz in den Konflikt gehen. „Mit RoBo und Saric verliere ich zu viel Shooting von draußen“: Covington schießt in seiner Karriere 35,9% von draußen. Jimmy Butler 34,1%. Dario Saric wirft in seiner Karriere 35,1% from DownTown. Wilson Chandler trifft beispielsweise – als möglicher Ersatz – 34,1% in seiner langen Karriere vom Parkplatz. Was ich damit sagen will: Macht euch nicht verrückt Philly-Fans, Shooting verliert ihr nicht wirklich. Das System muss wegen dieses Trades nicht komplett umgestellt, sondern einfach nur minimal angepasst werden.

philly3Die viel größere Problematik ist derzeit das Leistungspensum von Markelle Fultz. Sein Wurf sieht einfach wieder total unrund aus, auch wenn seine Wurfquoten, außer die Freiwürfe, gar nicht so miserabel aussehen. Es ist schwierig Fultz dauerhaft in der Rolle des SG zu sehen, aber genauso schwierig, dass Ben Simmons sich das Playmaking mit ihm teilt. So hart es klingen mag und auch wenn dieser Schritt dir möglicherweise später um die Ohren geflogen wäre, ich hätte Covington und Saric behalten und Markelle Fultz, Jerryd Bayless, als auch zwei weitere Low-Assets in den Trade geworfen.

Mein Line-Up würde damit lauten: Ben Simmons, Robert Covington, Jimmy Butler, Dario Saric, Joel Embiid plus Bench. Ob die Wolves das gemacht hätten, weiß ich natürlich nicht. Doch ihre Not hätte sie möglicherweise dazu gezwungen und jetzt mal ehrlich, Fultz wäre nicht der erste High-Draft-Pick der ein Trade-Asset wird. Glücklicherweise kann Jimmy Butler sowohl die 2, als auch die 3 als Position perfekt bespielen und verteidigen. Die Mentalität und Siegereinstellung des Teams wird mit ihm auf jeden Fall steigen.

Die Rockets im tiefen Fall

Eigentlich wollte ich meinen Blog mit keinem negativen Topic starten. Eigentlich dachte ich, dass trotz der Abgänge von Trevor Ariza und Luc Mbah A Moute die Rockets der Nummer 1 Herausforderer im Westen sein würden. Eigentlich (aller guten Dinge sind Drei) haben die Rockets ihre Chance auf den Titel im letzten Jahr verpasst. Ich erkläre warum.

Conference Finals Game 7. Trotz der Erwartung, dass die Warriors unschlagbar schienen, haben sich die Texaner in diese Serie gekämpft. Es war eine Mischung aus rockets3Defense, Offense und Erfahrung, die den Warriors stellenweise zu schaffen machte. An guten Abenden war der Dreier und die Isolation zu stark, zu schwer zu verteidigen für Curry, Thompson und Durant. Doch dann verletzt sich Chris Paul und die Rockets stellen einen Negativrekord mit 27 verworfenen Dreiern auf. Game 7 geht an die Franchise aus Oakland, die dann die Cavs in den Finals sweepen.

Diese Niederlage tut weh, dennoch: Man hat gerade eben fast – aber eben nur fast – das beste Team der Welt geschlagen. Neue Saison. Wichtige Bausteine behalten, Playbook erweitern, Chris Paul in einen realistischen Vertrag zwingen, Capela selbstverständlich auch. Wäre der Plan gewesen. Nichts davon ist passiert.

rockets1CP3 ist ein elitärer Point Guard und zu Recht über jeden Zweifel erhaben. Seine Spielweise ist variabel, effektiv und für das Team monumental wichtig. Er ist ein Leader. Er ist aber auch mittlerweile 33 Jahre alt. Mit 33 Jahren kann oder sollte ich keinen Max-Deal verlangen, wenn ich noch einen Ring gewinnen möchte. 160 Millionen US-Dollar in vier Jahren. Paul wird damit mit 36 Jahren über 44 Millionen Moneten einstreichen. Absoluter Wahnsinn. Zwar lebt Chris Paul nicht von seiner Athletik, dennoch verliert jeder Spieler ab einem gewissen Alter ein paar Prozent seines Leistungsvermögens. Ein Floor-General wird er immer sein, aber nicht für so viel Geld.

Das Front-Office hätte hier ein klares Zeichen setzen müssen: Entweder du unterschreibst für weniger, oder du gehst. Die Angst, dass man dann auf der Position des Point Guards ohne Erfahrung und einen Elite-Spieler da stände, war zu groß. Die Folge: Das Signing mit Capela zieht sich in die Länge, der Verlust von Ariza und Mbah A Moute ist die Konsequenz und ich habe als Franchise auf Jahre mein Cap-Space verplant. Carmelo Anthony holen die Rockets dann für gute 2 Millionen als Heilsbringer, welcher jetzt nach nicht mal 12 Saison-Spielen schon wieder auf der Abschussliste steht.

Fassen wir zusammen: Ich habe einen Roster, der in Gänze alt und weit über 30 ist. Aufgrund meiner Verträge kann ich in den nächsten Jahren aber anderen Spielern rockets2keine lukrativen Verträge anbieten. Meine Defense ist durch die Abgänge unstabil und teilweise katastrophal. Mit Capela konnte ich zwar einen guten Center halten, hinter dem allerdings noch die Frage steht, ob er mehr kann als Pick and Roll und den Rim protecten? Das Experiment Melo hat sich, wie gerade eben schon erwähnt, wohl auch bald erledigt. C. Anthony seine Tage sind gezählt. Ein bitteres Ende eines überragenden Shooters, der sich in seiner Karriere aber zu oft selbst im Weg stand.

Aber als wäre das nicht schon genug, waren die Rockets bereit ihre vier nächsten First-Round-Picks für Jimmy Butler in die Waagschale zu werfen, obwohl sie wissen, dass in diesem Jahr gegen die Warriors kein Kraut gewachsen ist und der Roster schon in einem starken Alter und das Cap-Space zu ist. Aktuell stehen sie bei 5-7 in der Western Conference und sind so weit von ihren Ambitionen entfernt, wie nur überhaupt möglich. Mike D’Antoni hat in der Off-Season auch keine weitere Spielidee in das Gefüge integriert, weswegen auf Plan A, nur selten Plan B, C oder D folgen. Auch er trägt eine Teilschuld daran, warum es im letzten Jahr mit dem Titel nicht geklappt hat. Ein einfaches „Jungs, wir hören jetzt auf zu Schießen, sondern spielen die Bälle in die Zwischenräume, nehmen Drives und arbeiten gut unterm Korb“ hätte möglicherweise den Sieg gebracht.

Bleibt nur zu hoffen, dass das Team, angeführt von ihrem Franchise-Spieler James Harden, der jetzt zuletzt zumindest mal wieder mit 40 Punkten glänzte, in den nächsten Jahren gut pickt und clever tradet. Als auch, dass Mike D’Antoni erkennt, dass mit reinem Shooting und Isolation-Basketball in dieser extrem starken Association wenig zu holen ist. Ich war mir vor der Saison sicher, dass Houston wieder eine große Rolle in den Playoffs spielen könnte. Obwohl mir ihr Basketball noch nie gefiel, glaubte ich, dass zumindest ihre Effektivität und ihr individuelles Skillset stark genug seien. Ich habe mich geirrt.